Fragen und Antworten zur PETZE

1. Warum PETZE?

Petzen – das ist doch eigentlich etwas Negatives? Stimmt. Eine Petze verrät Geheimnisse und erzählt etwas weiter. In einigen Fällen ist genau das jedoch berechtigt und sogar erwünscht. Zum Beispiel bei sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch an Kindern. „PETZEn heißt auch Hilfe holen!“ und „Hilfe holen ist kein PETZEn“ sind Leitsprüche der PETZE. Unsere Botschaft wendet sich an betroffene Kinder und Jugendliche. Wir ermutigen auch Lehrkräfte, das Tabuthema sexualisierter Gewalt an ihren Schulen offen zu diskutieren.

2. Was ist das Ziel der Präventionsarbeit der PETZE?

PETZE will Mädchen und Jungen stärken. Sie lernen Möglichkeiten, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu schützen. Außerdem können sie sich im Bedarfsfall Hilfe holen. Das sind die Ziele unserer Präventionsarbeit, dafür sind wir aktiv und schaffen Netzwerke.

3. Welche Rolle spielen Netzwerke für die PETZE?

Elternhaus und Schule sind sehr wichtig. Wir meinen: Prävention ist ein wichtiger Teil von Erziehung. Die präventive Erziehungshaltung betont Einzigartigkeit und Wert jedes einzelnen Kindes. In Schulen will die PETZE erreichen, dass das Thema „sexueller Missbrauch“ aus der Tabuzone geholt wird. So schaffen Schulen ein Klima, in dem Kinder sexuelle Übergriffe ansprechen können. Wichtig ist ein verlässliches Hilfenetz, das die Kinder schützt und die Lehrkräfte entlastet. Deshalb setzen wir uns, gemeinsam mit anderen Akteuren, dafür ein, dass Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Eltern bzw. Erziehungsberechtigte, Fachkräfte zur Thematik sexueller Gewalt, Fachberatungsstellen, Polizei und  Gesundheitswesen zusammenarbeiten.

4. Wie arbeitet die PETZE?

PETZE bietet Prävention in  Form von Fortbildungen und Wanderausstellungen an. Unsere interaktiven Präventionsausstellungen sprechen Kinder gezielt an. Wir arbeiten mit allen Akteuren zusammen: Mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe, mit Fachkräften aller Schularten und Kindertageseinrichtungen, Eltern und Erziehungsberechtigten, Vereinen und Kommunen sowie freien Trägern und weiteren Interessierten.

5. Welche Zielgruppen hat die PETZE?

Unsere Fortbildungen zu Prävention und Intervention bei sexuellem Missbrauch, häuslicher und struktureller Gewalt richten sich an alle Menschen, die im pädagogischen Bereich arbeiten. Dazu gehören zum Beispiel: Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulsozialpädagoginnen und Schulsozialpädagogen, Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter, Schulassistentinnen und Schulassistenten, Erzieherinnen und Erzieher, Aktive bei JuleiCa und Bundesfreiwilligendiensten, Eltern, Pflegeeltern und Erziehungsberechtigte, Vereine…

6. Welche Projekte/Ausstellungen bietet die PETZE an?

PETZE verleiht Ausstellungen und Projekte für unterschiedliche Altersgruppen:

  • an Kindertageseinrichtungen das Projekt ECHTE SCHÄTZE!
  • an Grundschulen die Ausstellung ECHT KLASSE!
  • an Förderschulen und -zentren, im Rahmen von Inklusion die Ausstellung ECHT STARK!
  • ab Klassenstufe 5 an weiterführenden Schulen die Ausstellung ECHT FAIR!
  • ab Klassenstufe 7 an weiterführenden Schulen die Ausstellung ECHT KRASS!
7. Wie funktioniert die Ausleihe der Ausstellungen/Projekte?

PETZE verleiht interaktive Wanderausstellungen an Kindertageseinrichtungen, Schulen oder weitere interessierte Träger in Schleswig-Holstein und darüber hinaus auch bundesweit. Rufen Sie uns an – wir sprechen alle Details individuell mit ihnen ab. Wenn Planung und Konzept stehen, wird die Ausstellung bei Ihnen aufgebaut. Für das Rahmenprogramm machen wir Ihnen passende Angebote.

8. Wie nutzen Kinder die Ausstellungen, welche Rolle haben Lehrkräfte?

Schülerinnen und Schülern besuchen die Ausstellung in ein bis drei Stunden mit der gesamte Klasse oder in besonderen Projekt-Angeboten. Der jeweils altersgerechte und an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen orientierte Mitmach-Parcours setzt ein handlungs- und erlebnisorientiertes Konzept zur Prävention um und bietet den Jungen und Mädchen die Möglichkeit, sich im Rahmen des Ausstellungsbesuchs spielerisch mit den einzelnen Präventionsbausteinen auseinanderzusetzen. Zum Rahmenprogramm gehören eine Fortbildung für die Lehrkräfte, die Vernetzung mit örtlichen Beratungsstellen, ein Informationsabend für Eltern und Erziehungsberechtigte und das erprobte Unterrichtsmaterial für die Vor- bzw. Nachbereitung im Unterricht.

9. Welche Fortbildungsthemen bietet die PETZE an?

In Fortbildungen bietet die PETZE Themen rund um Prävention und Intervention an, hier einige Beispiele:

  • Arrangierte Ehen und Beziehungsgewalt
  • Ausbildung für insoweit erfahrene Fachkräfte (Kinderschutzfachkräfte nach §8a SGB VIII)
  • Cyber-Mobbing, Cybergrooming
  • Digitale Medien: Sexting, Cybergrooming, Porno
  • Entwicklung von Schutzkonzepten für Institutionen und Vereine
  • Gewalt in der Familie, häusliche Gewalt, Gewaltprävention
  • Homophobie, Vielfalt und Diskriminierung
  • Intervention bei sexuellem Missbrauch und Vermutung
  • K.O.-Tropfen, Wirkung und Prävention
  • Prävention von sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt
  • Sexismus, Gender, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
  • Sexualisierte Sprache, Sexismus und Gewalt
  • Sexuelle Gewalt im Jugendalter
  • Sexuelle Selbstbestimmung und Grenzen
  • Täterstrategien und Dynamiken
  • Umgang mit Nähe und Distanz
10. Ich will das haben - was muss ich tun?

Rufen Sie uns an. Wir sprechen Ihre Vorstellungen und unsere Angebote individuell mit Ihnen ab, damit Sie bekommen, was Sie brauchen.

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